- Punkte
- 1405
Artist
Sin
SonstigeMe, Myself and I
Es muss ein relativ normaler Tag gewesen sein, als am 22. Oktober 1990 in der kleinen Ortschaft Trostbergs nur ein weiterer gewöhnlicher Schreihals das Licht der Welt erblickte.Daniel Klisch aka Sin, war auch in seiner Kindheit nicht der Junge, der sonderlich auffiel. Schon fast Nomaden gleich oft umgezogen, der Freundeskreis immer sehr gering ausgefallen, eher zurückhaltend, leicht in Versuchung zu führen. Eigentlich ein ganz normales Kind.
Sein längster Wohnsitz fand sich in Burghausen, wo er von seinem 7. bis zum 13. Lebensjahr verbrachte und (soweit man es so nennen kann) „aufwuchs“. Zum ersten mal Freunde die länger als zwölf Monate da waren, Freunde die einen prägen und charakterisieren. In dieser Zeit entwickelte sich Sin in eine ganz andere Richtung als bisher: Er entwickelte ein loses Mundwerk, wurde aufbrausend, provozierend und vom ehemalig Klassenbesten zum Durchschnittsschüler, der lieber rumhing als sich um die Schule zu kümmern.
Seit dem 11. Lebensjahr besuchte er die örtliche Realschule in Bgh. Vielleicht ein wenig zynischer als der Rest der Klasse aber wohl immer noch ziemlich unauffällig bis hin zu unbeliebt. In dieser Zeit wurde er das erste mal mit Hip-Hop konfrontiert. Er war sehr angetan von Aggro Berlins „Aggro Ansage Nr. 1“ die er durch einen Kumpel zu hören bekam. Leider hatte er selbst keine Chance an diese Musik heran zu kommen, aggressive Lyrics waren damals relativ neu und vor allem ein Schock für jedes anständige Elternhaus. Er hörte nicht viel davon, nur bei seinem Kumpel, welcher ihm zu seinem 12. Geburtstag im Jahr 2002, die „Aggro Ansage Nr. 2“ und „Gar nicht so schlimm“ von A.i.d.S schenkte. Angetan durch die für ihn neue Musik fing er sinnlos an die Texte abzuschreiben, einfach weil es etwas vollkommen neues für ihn war. Provozierend… wie er selbst.
Sinblieb lange Zeit auf Aggro Berlin hängen, es folgte die „Aggro Ansage Nr. 3“ und „Maske“ von Sido. Ein Freund und Mithörer erzählte ihm eines Tages von Bushidos Album „Electro Ghetto“ was ihn aber nicht sonderlich interessierte, da er von Bushido nie wirklich angetan war, wurde aber immer zum hören gezwungen. Komischerweise gefiel ihm dieses Album mit der Zeit und er besorgte es sich alsbald im örtlichen Plattenladen.
Seit dieser Zeit entdeckte er deutschen Hip-Hop im Allgemeinen, egal ob Bushido, Aggro Berlin, Sentino etc. das Angebot wurde auch größer, deutscher Hip-Hop wurde bekannter.
An einem ganz normalen Tag wurde der damals 15 jährige Sin in seinem Schulbus sinnlos von einem Reggae-Fan zugelabert, zynisch wie er war, motzte er natürlich ordentlich zurück, solang bis sein gegenüber entschied ihn zu „dissen“, was er am nächsten Tag in Form eines Textes auch ausführte. Das konnte Sin nicht auf sich sitzen lassen, und konterte am nächsten Tag in Form eines gebiteten oder schlecht zusammengereimten Textes, lyrisch nicht im Ansatz akzeptabel, aber irgendwie fand er daran gefallen, es machte ihm wirklich richtig Spaß, also entschied er sich aufgrund dieser Entdeckung mit dem Rappen zu beginnen.
Das war der Start, aber er ging in eine ganz andere Richtung. Er liebte zwar die Musik der so genannten „Gangsterrapper“ schrieb aber selbst aus persönlichen Gründen tiefsinnig und Gefühlsvoll. Er hatte keine Kritiker und wenn doch hatten diese keine Ahnung, somit hielt er das was er machte für gut, was aber sicher nicht war. Durch Zufall entdeckter er irgendwann das Bushido Forum und die „Rap Arena Text“ wo er seine ersten Text publik machte, sofort wurde er von allen Seiten als schlecht abgewertet, was er selbst wohl nicht wahrhaben wollte und meinte die haben doch selbst alle keine Ahnung, hörte aber nicht auf seine Texte zu veröffentlichen und fing sogar an die Kritik ernst zu nehmen. Erstaunlich schnell wurde das Feedback von negativ zu positiv, er lernte schnell, erkannte sofort was angebracht und gefordert war und erhielt nach einiger Zeit und vielen Tipps durchgehend positive Resonanzen. Langsam wollte er auch die Aufnahmen beginnen, was sich aber bis August 2006 hinzog, weil er nicht mit minderer Headset Qualität aufnehmen wollte.
Eigentlich spielte das keine Rolle, da seine ersten Aufnahmen genauso gut mit einem Headset gemacht hätten werden können, aufgrund fehlender Kenntnisse in Audiobearbeitung. Auch Raptechnisch waren seine Lieder nicht zu gebrauchen, aber er übte und übte, denn für Februar 2007 war sein erstes Release in Form eines Mixtapes geplant. Lieder zog sich die Fertigstellung aufgrund fehlender Featureparts oder Zeitmangel noch bis Mai 2007 hin wo es dann aber endlich unter dem Namen „Sinfonie“ Veröffentlicht wurde. Die Resonanzen vielen unterschiedlich aus, es waren gute Anfänge zu hören, aber nichts handfestes, nichts was man als „gut“ hätte bezeichnen können.
Erste Regionale Bekanntschaft erhielt Sin durch den Disstrack „Game Over“ gegen die Garchinger Rapcrew Untercrime-Records. Erst negativ aufgenommen von den Untercrime Fans wurde er dann aber doch anerkannt und erreichte einen gewissen Bekanntheitsgrad in der näheren Umgebung.
Juli 2007 wurde mit den Planungen für das Album „Worte der Seele“ begonnen. Nach zwei Probetracks wurde beschlossen das Album in Zusammenarbeit mit einer Sängerin zu produzieren, die auch schon auf Sinfonie zu hören war. Lange blieb es aber still und die Aufnahmen scheiterten am Zeitmangel. Dezember 2007 wurde dann entschieden das Album doch alleine zu produzieren.
Jetzt befinden wir uns am 14. Februar 2008 und es ist schon viel passiert, aber das ist erst der Anfang, „Worte der Seele“ wird Ende Februar/Anfang März erscheinen, danach beginnen die Aufnahmen für „Sinfonie 2“ auch regional wird sich in Form von Auftritten einiges äußern, man kann gespannt sein was die Zukunft mit sich bringt.



